Trester - die beste Restlverwertung der Welt

Tresterbrände werden stets aus Abfällen der Weinproduktion gewonnen, aus dem, was nach dem Pressen der Trauben, ob gerebelt oder nicht, übrigbleibt. Es versteht sich, daß dieses Ausgangsprodukt angesichts der verschiedenen Traubensorten und Weinstile oft von ganz unterschiedlicher Qualität, Zusammensetzung und Konsistenz ist. Es kann, bei Trester aus der Produktion billigerer Weine wo auch der letzte Tropfen Saft herausgepreßt wurde, knochentrocken sein, oder es kann, wie im Falle der Trockenbeerentrester, die Alois Gölles im Botrytisjahr 1995 gebrannt hat, aus einer teigigen Masse bestehen. Trester, der aus der Champagnerproduktion stammt ist meist sehr teigig, weil für den teuren Wein nur sanft gepreßt wird. Die Trester kann außerdem von verschiedenen Trauben stammen, aus sauberem, stark verunreinigtem oder im schlimmsten Fall auch ungesundem und schimmelbefallenem Material bestehen, ebenso wie aus ungleichmäßig reifen Trauben.
Auch ob die Trester von weißen oder roten Trauben stammen ist entscheidend, denn in der Regel werden Weißweine vor der Gärung gepreßt, Rotweine dagegen danach. Je nach Gehalt an Restzucker wird vom Brenner also noch einmal vergoren, um auf einen entsprechenden Alkoholgehalt zu kommen, unter Zugabe von Hefe oder auch nicht. Trester ist in jedem Fall ein sehr heikles Material, das allerdings nur selten als solches behandelt wird. Sobald nämlich die Trauben durch das Pressen oder Rebeln aufgebrochen sind, der Traubensaft sodann mit Sauerstoff in Kontakt kommt und die Hefen und andere Mikroorganismen ihre Arbeit beginnen, sind Prozesse im Gange, die nicht immer erwünscht sind. Es ist daher nicht selten, daß man in Tresterbränden Töne von Fehlgärungen oder andere unerwünschte Noten findet, die von mangelnder Hygiene oder zu später Verarbeitung zeugen. In der Vielfalt der im Trester vorhandenen Substanzen liegt allerdings auch der Reichtum von Tresterbränden. Das unterscheidet sie auch wesentlich von den glatteren Traubenbränden.
Brenner wie Pojer & Sandri, die sortenreine Trester verwenden und diese möglichst schnell verarbeiten, nachdem sie zuvor in rostfreien Stahltanks vergoren wurden, sind eher die Ausnahme denn die Regel. In Italien und auch in Frankreich, legen die Trester vor dem Brennen teilweise beachtliche Strecken zurück und werden immer wieder unsachgemäß zwischengelagert. Da hilft auch die Ansäuerung und Schwefelung des Materials oft nichts mehr.
Ist die Trester einmal brennfertig, geht es ab in den Ofen. Der wiederum kann ganz verschieden aussehen. Während man in früheren Zeiten mit einer ganz simplen, direkt befeuerten Brennblase, dem Alambic, arbeitete, in der die Trester auch einmal anbrannte, wenn der Brennmeister nicht ständig umrührte, werden heute teilweise sehr ausgeklügelte Apparaturen eingesetzt. Eine Statistik von 1993 zeigt, daß von den 300.000 Tonnen Grappa, die in diesem Jahr gebrannt wurden, 82% aus einer kontinuierlichen Anlage stammen, 18% aus periodisch zu befüllenden Anlagen (mit Dampf oder Wasserbad) und weniger als 1% aus direkt befeuerten - wie etwa Romano Levi noch eine fährt. Kontinuierlich bedeutet, daß der Brennvorgang nie unterbrochen werden muß, während der Kessel beim periodischen Brennen nach jedem Durchgang entleert und wiederbefüllt werden muß.
Bei der Wasserbadtechnik, wird die Brennblase über ein Wasserbad erhitzt, während beim Dampf-Verfahren, dieser direkt auf die Trester geleitet wird, was vor allem bei ganz trockenen Trester angewandt wird, wenn diese nicht zuvor mit Wasser angeteigt wurden. Meist gehen die aufsteigenden Gase dann über eine Kolonne, bevor sie abgekühlt werden und fraktioniert werden. Das dabei gewonnene Herzstück sollte möglichst rein sein, also wenig Vor- und Nachlauf enthalten. Da sich die Siedpunkte der verschiedenen Substanzen allerdings überschneiden, liegt es an der Fähigkeit des Brennmeisters, so abzutrennen, daß der Tresterbrand gerade noch sauber ist, aber soviel Charakter hat, daß er dem entspricht, was die meisten Tresteranhänger unter einem guten Brand verstehen - also nichts, was durch Sterilität glänzt, sondern durchaus etwas sperrig und wuchtig sein kann.
Nun muß der Tresterbrand noch "eingestellt" werden, denn das erhaltene Destillat liegt im Alkohol noch viel zu hoch, darf aber nach dem Brennen im Falle von Grappa nicht über 85% enthalten. In den Verkauf darf nur Grappa mit einem Alkoholgehalt von 37,5-60% gelangen. Was sich im übrigen Grappa nennen darf, ist gesetzlich geregelt: Nur Tresterdestillate aus Italien dürfen diesen Namen führen, alle anderen verwenden diese Bezeichnung illegal - auch wenn es im schweizerischen Tessin eine gewisse Grappa-Tradition gibt (diese Grappe sind aber oft Trauben- und keine Tresterbrände).
Zuletzt wird Tresterdestillaten oft Zucker beigegeben. Das ist besonders in Italien üblich, wo diese Note vom Konsumenten bevorzugt wird. Zucker macht Brände nicht nur gefälliger und runder, er überdeckt neben den Fehlern leider auch den Eigengeschmack. Auch ungeübte Grappatrinker können ihn relativ leicht feststellen, allerdings nicht immer. Gegenwärtig sind in Italien 20 Gramm Zuckerbeigabe auf einen Liter erlaubt, genau wie in Frankreich. Die EU-Gesetzgebung, an die sich auch Österreich hält, erlaubt nur 4 Gramm, und in Deutschland darf überhaupt kein Zucker beigesetzt werden - woran sich nach unseren Untersuchungen auch nicht alle Brenner halten. Zuckerbeigabe ist übrigens nicht nur bei Trester lange geübte Praxis. Weinbrände werden in großem Stil damit versetzt - nicht nur billige Produkte, auch große Cognacs.
Daß Grappa in so unterschiedlicher Qualität auf den Markt kommt und vor allem deswegen noch lange keinen Durchbruch erzielt hat, liegt auch an der unklaren Gesetzgebung in Italien. Es gibt zwar sogenannte Grappainstitute in den Regionen Aosta, Friaul, Lombardei, Piemont, Trentino, Südtirol und Veneto, die Herkunft der Trester wird aber nicht kontrolliert. Es ist auch weitgehend unbekannt, daß es bei unserem südlichen Nachbarn nur gut 120 Destillateure von Grappa gibt, diese allerdings scheinen meist nicht auf den Flaschenetiketten auf, denn Produzent darf sich nennen, wer als letzter Hand an das Produkt gelegt hat. Das kann auch nur der Abfüller sein, oder derjenige, der die Grappa stabilisiert oder eingestellt hat. Daher sind die allermeisten Grappe, die die Namen stolzer Weingüter tragen, nicht von diesen selbst gebrannt. Verantwortlich dafür ist die beinahe natürliche Feindschaft von Brennern und Behörden, wie man sie auch aus anderen Ländern kennt, doch ist sie in Italien besonders ausgeprägt. In jenen Teilen des nördlichen Italien, die einmal zu Österreich gehörten, entstand in eben jener Zeit eine ausgeprägte Tresterkultur. Es gab tausende Produzenten (vor hundert Jahren sollen es in Italien noch über zweihunderttausend gewesen sein), die durch diesen Nebenerwerb ihre kärgliche Existenz aufbesserten und damit in entlegenen Alpentälern oft die Existenz der Familie sichern mußten. Trebern zu brennen war ursprünglich eine Sache von Knechten und armen Leuten. Die Gutsherren wollten den "stinkenden Abfall" loswerden und schenkten ihn den Untergebenen. Wenn diese nicht nochmals versuchten, durch eine zweite Gärung eine Art Wein zu erzeugen, brannten sie die Trester. Es entwickelte sich eine Kultur, die schon im 15. Jahrhundert dazu führte, daß im Friaul ein nachweislich reger Handel entstand. Von Italien aus soll diese Form des Brennens durch die Medici nach Frankreich gelangt sein, wo heute vor allem die Gebiete Champagne, Burgund und Elsaß für ihre Marcs bekannt sind. Doch auch dort dominieren heute Großerzeuger.
Trester werden nach ganz unterschiedlichen Stilen gebrannt, was nicht nur mit dem Ausgangsmaterial zu tun hat. Es gibt die milden, eher reintönigen, die blumigen, mit deutlichen Primäraromen, wie sie gerade in letzter Zeit in Mode kommen - von Muskattrauben etwa -, und es gibt die harten, sperrigen, fast heuigen Tresterbrände, die meist aus ganz trockener Trester gebrannt werden. Auch in der Alkoholgradation bestehen große Unterschiede. Niedrig eingestellte haben oft etwas zu verbergen. Kräftigere zeigen sich meist besser, weil der Alkohol dem Tresterbrand, der meist von Sekundäraromen lebt, Struktur verleiht. Auffallend und beruhigend zugleich ist jedenfalls, daß sich bei der Vinaria-Verkostung vor allem Spitzenproduzenten durchgesetzten, solche, die sauber arbeiten, keinen Zucker zusetzen und mehr auf Substanz achten, als auf Gefälligkeit.


Die Quadratur des Tresters

Methodik und Dokumentation des Verkostungsverlaufs

Eingereicht wurden 154 Tresterbrände aus den Ländern Österreich, Schweiz, Frankreich, Deutschland und Italien. Die Firmen waren von den Autoren angeschrieben worden und hatten die Möglichkeit bis zu drei Proben einzureichen. Daß manches Schreiben verloren ging, einige Pakete nicht rechtzeitig ankamen oder etwa von Nonino irrtümlich ein Traubenbrand eingereicht wurde, der sich sehr gut positionierte, aber schließlich aus der Wertung genommen werden mußte, ließ sich nicht vermeiden.
Sämtliche Proben wurden vor der Verkostung von einem Sachverständigen auf Zucker untersucht. Das Ergebnis dieser Untersuchung war nicht quantitativ, gab aber Aufschluß darüber, ob wenig, viel oder überhaupt kein Zucker enthalten war. Es handelt sich dabei ausnahmslos um Zucker, der nach der Destillation beigegeben wurde - zur Abrundung des Produkts oder um Fehler zu überdecken. Zwei Tage vor der Verkostung wurden die Flaschen angebrochen, um den Bränden die Möglichkeit zu geben, sich etwas zu öffnen.
Zum ersten Verkostungsdurchgang im "Vinissimo" am 23. Oktober wurden die Tresterbrände nach ihrem Alkoholgehalt gereiht und, auf eine Temperatur von etwa 16°C gekühlt, einer Jury aus 12 Verkostern präsentiert. Diese saßen auf vier Tische verteilt und bekamen jeweils 3 verschiedene Brände in 9 "Stölzle"-Gläsern serviert, gekennzeichnet mit den Nummern der Brände und gegebenenfalls der Traubensorte sowie dem Hinweis, ob es sich bei der Probe um einen Marc, Trester oder eine Grappa handle. Bewertet wurde nach dem 20-Punkte-Schema. Konnte sich ein Tisch nicht auf einen gemeinsamen Wert einigen, ging die Probe zurück und wurde auf einem anderen Tisch erneut präsentiert.
Das Ergebnis dieser ersten Runde wurden mit jenem aus der von den Autoren selbst durchgeführten Vorverkostung, das allerdings nicht in das Endergebnis einfloß, verglichen. Bei Abweichungen von zwei Punkten und mehr, wurde ein Brand ein zweites Mal, am selben Abend, zur Verkostung gereicht. Diese zweite Jury bestand aus sieben Juroren, aufgeteilt auf zwei Tische. Gereicht wurden nochmals 30 Brände.
In einer dritten Verkostungsrunde, die einige Tage später stattfand, bewerteten drei Juroren erneut 36 Tresterbrände und sicherten das Ergebnis der ersten beiden Durchgänge ab. Manche Brände wurden somit insgesamt bis zu viermal verkostet! Das Endergebnis entstand nun nicht arithmetische Mittelung, sondern entspricht jenem Wert, der bei der letzten Verkostung gewonnen wurde, solange dieser plausibel schien - verglichen mit den zuvor erzielten Ergebnissen.


Die Jury

Hermann Botolen - Sommelier, "Wein&Co"
Gunter Farnleitner - Sommelier "Drei Husaren"
Dr. Christa Hanten - Lektorin, u.a. für Wein und Schnaps
Franz Haslinger - Wirt, "Vinissimo", Wien
Konrad Holzer - ORF, "Kulinarium"
Otto Hotzy - Schnapsbrenner
Andi Kollwentz - Weinbauer, Schnapsbrenner
Alois Mühlmann - Wirt, "Gannerhof", Innervillgraten
Mag. Susanne Neuer - Weinakademikerin, Autorin
Christian Petz - Chefkoch, "Palais Schwarzenberg", Wien
Dipl. Ing. Vogel - Weinbauschule Klosterneuburg
Ing. Josef Zmugg - Weinbauschule Silberberg


Anders als die Großväter

Pojer & Sandri, zwei Männer aus dem Trentin, deren Väter schon Grappa brannten, damals allerdings - das war so üblich - schwarz. Vor 20 Jahren taten sie sich zusammen, um fortan legal zu brennen, erst mit einem einfachen Alambic, später mit einer wasserbadbeheizten Kolonne, an der stets getüfftelt wird. Die letzte Neuerung ist eine Art Katalysator, bestehend aus einem mit Bruch aus Carraramarmor gefüllten Rohr, das dem noch nicht kondensierten Destillat den noch vorhandenen Schwefel entzieht. Und die zehn Glockenböden sind separat und über EDV kühlbar. Diese Form der Steuerung gewährleistet gleichbleibende Qualität, denn bei jeder Trestercharge wird nur der erste Kessel manuell gefahren. Ist das Ergebnis zufriedenstellend, steuert der Computer den Rest.
Pojer & Sandri sind auch Weinproduzenten. Damit haben sie das Ausgangsmaterial für ihre elf verschiedenen Grappe quasi schon im Haus. Und das ist ihnen wichtig, denn "je schneller die Trester gebrannt werden, umso besser für die Primäraromen". Aber vor allem in der Art der Lagerung der Trester und der Gärführung unterscheiden sich Pojer & Sandri von anderen Brennern. "Die Weißweintrester kommen bei uns in kühlbare Stahltanks und werden unter Zugabe von speziellen Hefen vergoren, wobei 25°C nicht überschritten werden." Dann wird die Trester aus einer den meist regionstypipischen Sorten wie Traminer, Nosiola oder Müller Thurgau sofort gebrannt und nach einigen Wochen nicht mit destilliertem Wasser, sondern mit natürlichem aus dem Val di Cembra bis auf die gewünschten Grade eingestellt - dieses Wasser macht die Grappa weicher." Zucker wird den mit Albrecht-Dürer-Motiven ausgestatteten Flaschen natürlich keiner beigegeben. Darin und damit, daß sie, zeitgleich mit Nonino, die ersten sortenreinen Grappe voerstellten unterscheiden sich der Herr mit Schnauz und sein Kompagnon von vielen Kollegen in Italien.

6 Punkte, Brora, 'Brora 29 (1971, 274 Flaschen) Douglas Laing "Old Malt Cask”, 50 Vol.%
Eine Meeresbriese, salzig mit süßen Untertönen, hochelegant; perfekter Diaog aus phenoligen und süßen Aromen (eine Kombiantion aus Insel- und Highland-Whisky), ergreifend "ehrlich”, endloser Abgang.


Ranking

5,5 Punkte, Lagavulin, 'Lagavullin 16 years Classic Malt (aus der ersten Serie 1989)', 43 Vol.%
Angeschnittene Boskoopäpfel, fast "gebirgsklar” frisch; malzig-süß, nasse Kohle, ausgesprochen dicht und lang.

5 Punkte, Glenfarclas, 'Glenfarclas 25', 43 Vol.%
Engmaschig, exotisch im Duft, grüne Papaya, Passionsfrucht, Stachelbeer, weiniger als der 12jährige, Kaffee, Leder, Schoko, grüne Walnüsse; trocken und von bräunlicher Aromatik, Leder und Nüsse, Holznoten des Fasses im Hintergrund, wirkt ausgesprochen ehrlich,animiert fast zum Kauen - Zigarrenwhisky.

5 Punkte, Glenrothes, 'Glenrothes 29 Scotch Malt Whisky Soc. 30.26', 49,8 Vol.%
Schöne, strahlende Farbe; echte Rindsuppe, Liebstöckel, orientalische und auch wilde Würze, Sherrynote; auch am Gaumen von Sherrynoten dominiert, Dörrfüchte, Tabak, Karamell, ausgesprochen harmonisch, erinnert fast an alten Rum.

5 Punkte, Glen Grant, 'Hart Brothers 26 (Rum-Finish)', 56,1 Vol.%
Süßliche Dörrfruchtaromen, Rum-Weichseln; am Gaumen konsequent, nur noch ausgeprägter, Früchtebrot, trockener Tabak, schwarzer Tee, eine schöne, schon etwas brüchige Struktur, langer Abgang.

4,5 Punkte, Glen Grant, 'Glen Grant Berry Brothers 1970', 43 Vol.%
Grandiose Performance, hochelegant, mit Würze, sehr ausgewogen, schön verwobene Primär- und Sekundäraromen, leichter Eibischton; ausgeprägter Whisky-Charakter, sehr würzig, leicht teerig, mit langem Abgang.

4,5 Punkte, Scapa, 'Scapa 12', 40 Vol.%
Schoko-Banane, Torf ohne Rauch, Orangeat, denzet-sanfte herrliche Frucht, komplex, mit ausgeprägter Frische, Liebstöckel; angenehm mild am Gaumen, wieder Schokolade, ein femininer Charakter, in sich schön geschlossen, verhalten im Abgang.

4,5 Punkte, Dun Bheagan, 'Dun Bheagan 8 Islay (Lagavullin)', 43 Vol.%
Dezent animalisch, toastig, Bratapfel, nasse Asche, vielschichtig mit eleganter Wucht; am Gaumen zeigt sich ein extremer, torfiger Islay-Typ, mit eleganten medizinalen Tönen, explodiert regelrecht.

4 Punkte, Glen Deveron, 'Glen Deveron Macduff 22 Scotch Single Malt Society 6.22', 56,5 Vol.%
Grüne Walnüsse, weihnachtliche Gewürze, Getreide, Biskuit, leicht medizinal; am Gaumen etwas säuerlich, mit dem für die Brennerei typischen Aroma für Schwarze Johannisbeeren und Brombeeren, sehr interessant.

4 Punkte, Scapa, 'Scapa 11 Scotch Malt Whisky Soc. 17.22', 61,6 Vol.%
"Fangfrische Tintenfische”, Sherrynoten im Hintergrund, salzige Nüsse, animierend und vielschichtig; der Sherry überlagert die restlichen Noten etwas, leicht säuerlich, Gummiboot, mit schöner Würze, ein eigenständiger Charakter.

4 Punkte, Dun Bheagan, 'Dun Bheagan 8 (Talisker)', 43 Vol.%
Seegeruch, Jod, phenolig, röstig, Anmutung von Selchfleisch, insgesamt sehr schön verwoben; wieder röstig-torfige Aromen am Gaumen, salzig, geräuchert, altes Fischerboot, sehr schöner langer Abgang.

4 Punkte, Bowmore, 'Scotish Malt Whisky Soc. 3.60 11 years (Bowmore)', 55 Vol.%
Sehr helle Farbe; leicht rauchig, etwas buttrig, sehr schön verwoben und vielschichtig, medizinale Aromen; "wann hatten wir zuletzt einen so guten Bowmore?”, sehr präsent und offen, vielschichtig, maskulin und lange, Tabakaromen, sehr gut integriertes Holz.

3,5 Punkte, Glenfarclas, 'Glenfarclas 12', 43 Vol.%
Malzig-getreidige Noten mit süßem Hintergrund, grüne Birnen, fast floral, feine Rauchnoten, insgesamt sehr komplex; gut eingebundener Alkohol, von schöner Süße, guter Abgang und erstaunliche Komplexität.

3,5 Punkte, Scapa, 'Scapa 1983 Gordon & McPhail', 40 Vol.%
Scheiben von ledrigen Äpfeln, leicht rauchig; teeriger als der 12-jährige, ebenso würziger, zeigt Aromen von Traubenkernen, nicht sehr komplex.
(heute ist der 89er erhältlich)

3,5 Punkte, Dun Bheagan, 'Dun Bheagan 10 (Caol Ila)', 43 Vol.%
In der Nase anfangs zurückhaltend, medizinal, nasse Asche; am Gaumen süßlich-rauchig, fast speckig, jodig, mit malziger Süße, sehr geschmeidig, ein ausgesprochen typischer Islay-Whisky.

3,5 Punkte, Caol Ila, 'Chieftain’s Collection Coal Ila 11 Rum-Finish', 43 Vol.%
Aromen von nasser Asche (etwas abgeschwächt), ausgeprägt tabakig, wirkt sehr trocken; ist am Gaumen sehr schön, vermittelt aber den Eindruck, als wäre er vom Rum-Finish sehr abgeschliffen.

3 Punkte, Rosebank, 'Rosebank Flora & Fauna 12', 43 Vol.%
Sehr schön und offen, sanft blumig, leichte Getreidetöne, leichte Seebriese; schöne fruchtige Würze mit schlanker Malzigkeit am Gaumen, Birnen, Zitrus, Orangeat, ein Whisky für Einsteiger.

3 Punkte, Aberlour, 'Aberlour a’bunadh', 59,9 Vol.%
Durch den hohen Alkohol anfangs recht verschlossen, deutliche Aromen von Trockenfrüchten und vom Sherryfass, insgesamt von dunkler Aromatik, Gummiton (alt), Rumtopf; vielschichtig am Gaumen, macht richtiggehend auf, im Nachklang nussig-karamellig und würzig-tabakig.

3 Punkte, Glenmorangie, 'Glenmorangie 18', 43 Vol.%
Schöne, zarte Fruchtigkeit, Aromen von Marillen, Pfirsichen und Getreidekeimlingen, frühlinghaft, fast elegant, feine Holznoten und Nuss; am Gaumen sehr harmonisch, Alkohol gut eingebunden, feine Würze und Süße mit Honignoten, langer Abgang.

3 Punkte, Springbank, 'Springbank 10', 46 Vol.%
Anfangs kaum aufgeschlossen und wenig transparent, "im Campbeltown-Nebel”, Esternoten und Toffee, leicht buttrig, öffnet sich mit Luftkontakt, Aromen frischer Nüsse; leicht karamelliges Toasting, cremig-buttrig, leicht salzig, tabakig, sehr gut eingebundener Alkohol, individueller Charakter mit ungeschliffenen Kanten.

3 Punkte, Laphroig, 'Laphroig 10', 40 Vol.%
Viel malzige süße, Selchton etwas im Hintergrund, elegant, leicht medizinal, mit schön integriertem Holz; am Gaumen ein leichter Blackberry-Ton, etwas metallisch, komplex und schön und dennoch etwas geglättet, ein Alltags-Islay.

3 Punkte, Glen Scotia, 'The MacPhail’s Collection 1990', 40 Vol.%
Feuerstein, Eibisch, Marshmallow, Gras-Grün-Heu-Töne, leicht salzig; leichte Süße am Gaumen, Schlauchboot, auch Frische von Minze-Eukalyptus, leicht buttrig, lang und balanciert, sehr individuell und unterschätzt.

2,5 Punkte, Glenmorangie, 'Glenmorangie Port Wood Finish', 43 Vol.%
Leicht rötliche Farbe, Pfirsich-Zitrus-Aromen, ebenso Kaffee-Karamel und Dörrpflaumen, auch florale Noten, wirkt insgesamt etwas gestylt; von zarter und schlanker Sturktur, leicht würzig, wirkt süßlich abgerundet und erinnert an einen Blend.

2,5 Punkte, The Macallan, 'Macallan 15', 43 Vol.%
Sauer in der Nase, Essiggurken, ebenso Trockenfrüchte und Sherrynoten; Dörrobst mit Hang ins Teerig-bittrige, leicht rauchig, "junger Wilder”.

2,5 Punkte, The Macallan, 'Macallan 11 Scotch Malt Whisky Soc. 24.58', 57,8 Vol.%
Sehr schön und interessant in der Nase, geröstete Erdnüsse, Rindsuppe, insgesamt harmonisch und komplex; angenehm, malzartig, Suppenwürfel, im Vergleich zur Nase etwas charakterarm und wenig komplex.

2,5 Punkte, Lagavulin, 'Lagavullin 16 years Classic Malt', 43 Vol.%
Schönes Duftbild in der Nase, würzig-torfig-medizinal, mit Nuss- und Holzaromen, insgesamt wenig kantig und etwas gefällig; wirkt am Gaumen weniger konsequent, ist fast aggressiv, bricht im Abgang dennoch etwas ein.

2,5 Punkte, Bowmore, 'Bowmore 30', 43 Vol.%
Aromen in richtung grüner Tee, schön verwoben, zeigt gewisse Komplexität, wirkt aber eher flach in Nase und Abgang.

2 Punkte, Glenkinchie, 'Glenkinchie 10 Classic Malt', 43 Vol.%
Duftig wie ein heißer Sommertag, jugendlich getreidiger Ton, überraschend rauchig und würzig, wirkt etwas geglättet; unerwartet süß, trotzdem im Abgang trocken. Guter Einsteigerwhisky.

2 Punkte, Glenburgie, 'Glenburgie Gordon MacPhail’s Collection 8', 40 Vol.%
In der Nase leicht malzig, Gummi (schon etwas gealtert), dezent rauchig; die Anmutung eines eher einfacheren Malts, im Abgang angenehmes Spiel aus trockenen, auch süßen und dunkel-bitteren Noten.

2 Punkte, Aberlour, 'Aberlour 15 Sherry Wood Finish', 40 Vol.%
Dichter Duft von Waldhonig, differneziert fruchtig-würzig, Studentenfutter, Feigen, leicht malzig; konsequent am Gaumen, mit dunklen Karamellnoten, im Abgang etwas gefällig ohne viel Komplexität.

2 Punkte, Glenmorangie, 'Glenmorangie Sherry Wood Finish', 43 Vol.%
Deutliche Sherrynote mit leichtem Gummiton, vom Sherry stammende Schoko-Kakao-Noten, Nuss-Traube, Anmutung von getrocknetem Laub, Kirschnoten (Mon Cherry); der Alkohol wirkt am Gaumen etwas spitz, wieder Gummiton, ist im Abgang trocken-tabakig, kaum Vielschichtigkeit.

2 Punkte, Glenmorangie, 'Glenmorangie Madeira Wood Finish', 43 Vol.%
Fruchtaromen (Birnen, Dörrbirnen), leicht rauchig-tabakig, macht Lust auf mehr; am Gaumen etwas spitz, die Vielfalt der Nase wiederholt sich nur zum Teil, kantenlos abgerundet, trocken, mit grünem Tee im Abgang.

2 Punkte, Edradour, 'Edradour 1968 Signatory’s (abgef.’90)', 46 Vol.%
Zeigt in der Nase etwas irischen Touch, blumig-süßlich-fruchtig, wie parfümiert-seifig, Rexona, Bratäpfel; am Gaumen etwas spitz vom Alkohol, wieder grünes Obst und Bratäpfel, sehr individuell und etwas eindimensional.

2 Punkte, Oban, 'Oban Classic Malt', 43 Vol.%
Insgesamt nur leichte Präsenz in der Nase, Aromen von Gras, Heu und Nüssen; präsentiert am Baumen eine angenehme Würze, mit gut eingebundenem Alkohol, wirkt etwas gestylt, im Abgang fehlt der Druck.

1,5 Punkte, Tamdhu, 'Tamdhu Gordon MacPhail’s Collection 8', 40 Vol.%
Denzent in der Nase, verhalten fruchtig, helle Noten von Pfirsich, Mirabellen und Heu, nicht sehr differenziert; wirkt am Gaumen eher einfach, leicht würzig, cremig-buttrig und ein wenig flach.

1,5 Punkte, Dalwhinnie, 'Dalwhinnie Classic Malt', 43 Vol.%
Noten von Heidekraut, Orangeat und gebräuntem Biskuit, wirkt recht komplex; am Gaumen verliert sich dagegen der angedeutete Geschmack, wirkt weitmaschig, mit leichtem Honigton im Abgang.

1,5 Punkte, Aberlour, 'Aberlour 10', 43 Vol.%
In der Nase wie gesalzenes Buttergebäck, Aromen von jungem Holz, leicht würzig und eine Spur oberflächlich; auch am Gaumen leicht salzig, wirkt fast luftig, lässt im Abgang die Substanz vermissen.

1,5 Punkte, Cragganmore, 'Cragganmore 12 Classic Malt', 40 Vol.%
In der Nase malzig, mit zarten Anklängen von Getreide, sowie Rauch und Sherry, etwas undifferenziert; von gewisser Süße am Gaumen, ebenso leicht buttrig, fehlerfrei aber eher neutral-gefällig.

1,5 Punkte, Lochnagar, 'Royal Lochnagar 12', 40 Vol.%
In der Nase floral-würzig, Anmutung von Pfeffer und grüner Paprika; wirkt etwas vordergründig und gegensätzlich zum Eindruck der Nase, im Abgang leicht buttrig und etwas breit.

1,5 Punkte, Glenmorangie, 'Glenmorangie 10', 40 Vol.%
Schlanke, helle Aromen in der Nase, Zitrus und unreife Bananen; am Gaumen eher schlank und jugendlich, wieder helle Aromatik, in sich relativ geschlossen aber ohne große Komplexität.

1,5 Punkte, The Macallan, 'Macallan "Speymalt” 1991', 40 Vol.%
Etwas spitz, Anklänge von Torf und Pumpernickel, leichter Sherryton, wirkt wie staubig/alt; trocken, fast muffig, eingtrocknete Marmelade, insgesamt gehemmt.

1,5 Punkte, Talisker, 'Talisker 10 years Classic Malt', 45,8 Vol.%
Erst bedeckte Aromen, leicht selchig-torfig, wirkt jugendlich und etwas spitz; etwas unruhig am Gaumen, mit Karamelnoten, die Süße steht ein wenige daneben, wirkt geschönt.

1 Punkte, Bowmore, 'Bowmore 17', 43 Vol.%
Schöne, ausgeglichene Nase, leicht sauer (Traubenzucker, Fizzers), Tee, süßlich; Fizzers auch am Gaumen, wirkt fast parfümiert, leicht seifig, wenig komplex, etwas spitz, wie grüner, aromatisierter Tee, Zitrus. leicht buttrig.